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Farbdrucker mit Scanner auswählen: Darauf kommt es an

Leitfaden zur Auswahl eines Farbdruckers mit Scanner basierend auf Materialchemie, Papierführung und Scantechnologie.

Farbdrucker mit Scanner auswählen: Darauf kommt es an

Die Entscheidung für einen Farbdrucker mit integriertem Scanner erfordert eine genaue Abstimmung zwischen Drucktechnologie, Tinten- oder Tonerchemie und der optischen Auflösung des Scanners.

Tintenstrahl versus Laser: Die chemische und physikalische Basis

Die grundlegende Entscheidung zwischen Tintenstrahl- und Lasersystemen basiert auf der Art und Weise, wie Farbpigmente auf das Papier aufgebracht werden. Tintenstrahldrucker arbeiten mit flüssigen Tinten, die entweder auf Farbstoffen (Dye-Tinten) oder auf Pigmenten beruhen. Pigmentierte Tinten bieten eine hohe UV-Beständigkeit und Wasserresistenz, da sich die festen Farbkörper an den Papierfasern anlagern, ohne tief einzudringen. Dies ist ideal für langlebige Dokumente und scharfe Textkanten. Farbstoffbasierte Tinten hingegen dringen tief in die Beschichtung von Fotopapieren ein, was zu fließenden Farbübergängen und einer exzellenten Farbdynamik führt, jedoch anfälliger für Feuchtigkeit ist.

Laserdrucker nutzen ein elektrostatisches Verfahren, bei dem ein feines Tonerpulver bestehend aus Kunststoffharzen, Pigmenten und Wachsen auf eine Trommel übertragen und anschließend durch Hitze und Druck bei etwa 180 Grad Celsius auf dem Medium fixiert wird. Dieses thermische Schmelzverfahren sorgt für sofort trockene, wischfeste und extrem haltbare Ausdrucke, die unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind. Für hohe Textvolumen und einfache Grafiken ist der Laserdruck physikalisch im Vorteil, während der Tintenstrahldruck bei der Farbmischung auf Fotopapier unschlagbar bleibt.

Schnittstellen und Papierführung für reibungslose Abläufe

Die Mechanik der Papierführung bestimmt maßgeblich, welche Medien verarbeitet werden können. Ein gerader Papierweg, bei dem das Papier von hinten eingezogen und vorne ausgegeben wird, minimiert die mechanische Biegespannung. Dies ist essenziell für schwere Medien wie Kartonpapier oder Fotopapier mit hoher Grammatur (über 200 g/m²). S-förmige Papierführungen, die in kompakten Geräten mit unten liegender Kassette üblich sind, eignen sich primär für Standard-Kopierpapier, da dicke Medien hier leicht blockieren.

Bei der Konnektivität sorgt die Integration ins Heimnetzwerk über das 2,4-GHz- oder 5-GHz-Frequenzband für Flexibilität. Während das ältere 2,4-GHz-Band eine höhere Reichweite und bessere Wanddurchdringung bietet, liefert das 5-GHz-Band deutlich höhere Datenübertragungsraten, was besonders beim Scannen hochauflösender Dokumente mit großem Datenvolumen von Vorteil ist.

Scantechnologie: CIS versus CCD und die optische Auflösung

Bei der integrierten Scaneinheit bestimmen zwei Technologien die Erfassung der Dokumente: CIS (Contact Image Sensor) und CCD (Charge-Coupled Device). CIS-Scanner nutzen LED-Lichtquellen, die sich direkt unter der Glasplatte befinden. Sie sind extrem flach, energieeffizient und wartungsarm, besitzen jedoch eine geringe Tiefenschärfe. Liegt ein Buch auf dem Scanner, wird der Text im Buchfalz, der keinen direkten Kontakt zur Glasplatte hat, schnell unscharf. CCD-Scanner arbeiten mit einem komplexen Linsensystem und bieten eine hohe Tiefenschärfe sowie einen größeren Dynamikumfang. Sie eignen sich besser für dreidimensionale Objekte oder wellige Dokumente, benötigen jedoch mehr Bauraum.

Die entscheidende Kennzahl ist die echte optische Auflösung, gemessen in dpi (dots per inch). Für reine Textdokumente genügen 300 dpi. Werden Fotos oder detaillierte Grafiken digitalisiert, die später vergrößert werden sollen, ist eine optische Auflösung von mindestens 1200 x 2400 dpi erforderlich. Höhere, interpolierte Werte werden lediglich Softwareseitig hochgerechnet und bieten keinen echten Detailgewinn.