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Skijacke waschen: So bleibt die Wasserdichtigkeit der Membran erhalten

Skijacken richtig waschen und imprägnieren: So schützen Sie die empfindliche Membran und reaktivieren den Abperleffekt durch physikalische Wärme.

Skijacke waschen: So bleibt die Wasserdichtigkeit der Membran erhalten

Eine professionelle Skijacke schützt zuverlässig vor Nässe und Wind, während sie gleichzeitig Schweiß nach außen transportiert. Um diese hochfunktionellen Eigenschaften dauerhaft zu erhalten, ist eine regelmäßige, materialgerechte Pflege unerlässlich, da Schmutz, Salzrückstände und Körperfette die feinen Poren der Membran verstopfen.

Die Physik hinter der Membran und der DWR-Beschichtung

Moderne Skibekleidung basiert auf einem intelligenten Mehrschichtsystem. Direkt unter dem strapazierfähigen Außenstoff befindet sich die eigentliche Membran, meist bestehend aus mikroporösem Polytetrafluorethylen (PTFE) oder hydrophilem Polyurethan. Diese Membran besitzt Poren, die um ein Vielfaches kleiner sind als ein Wassertropfen, aber deutlich größer als ein Wasserdampfmolekül. Dadurch kann Schweiß entweichen, während Regen und Schnee nicht eindringen können.

Damit dieses System funktioniert, benötigt der Außenstoff eine funktionierende DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent). Diese chemische Beschichtung verringert die Oberflächenenergie der äußeren Textilfasern. Trifft Wasser auf eine intakte DWR-Schicht, überwiegt die Kohäsionskraft des Wassers gegenüber der Adhäsionskraft zum Gewebe – das Wasser formt sich zu Kugeln und perlt ab. Wenn die DWR-Schicht abgenutzt ist, saugt sich der Oberstoff voll. Dies blockiert den Dampfdurchgang der Membran, wodurch sich Kondenswasser an der Innenseite sammelt und die Jacke sich feucht anfühlt.

Warum herkömmliche Waschmittel der Membran schaden

Der größte Fehler bei der Pflege von Funktionsbekleidung ist die Verwendung von normalem Voll- oder Colorwaschmittel. Diese Waschmittel arbeiten mit starken Tensiden, die Schmutz- und Fettpartikel umschließen und wasserlöslich machen. Leider lagern sich diese Tenside hartnäckig im Gewebe ab und verbleiben dort auch nach dem Spülgang als hydrophiler Film. Sie ziehen Feuchtigkeit regelrecht an, wodurch der wichtige Abperleffekt sofort neutralisiert wird.

Zudem enthalten herkömmliche Waschmittel oft Bleichmittel, Duftstoffe und optische Aufheller. Diese Feststoffe können sich in den mikroskopisch kleinen Poren der Membran festsetzen und diese dauerhaft verstopfen. Weichspüler ist ebenfalls absolut schädlich: Die darin enthaltenen kationischen Tenside und Silikonverbindungen legen sich wie eine wasserdichte Schicht über die Fasern und zerstören die Atmungsaktivität der Membran irreversibel.

Die richtige Maschinenwäsche: Schritt für Schritt

Um die Langlebigkeit der Funktionsmaterialien zu sichern, sollte die Skijacke schonend und unter Einhaltung physikalischer Grenzwerte gereinigt werden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Vorbereitung: Leeren Sie alle Taschen vollständig. Schließen Sie sämtliche Reißverschlüsse, Klettverschlüsse und Druckknöpfe. Dies verhindert mechanischen Abrieb auf der empfindlichen Außenseite der Jacke während des Waschvorgangs. Drehen Sie die Jacke auf links.
  • Waschmittelwahl: Verwenden Sie ausschließlich flüssiges Spezialwaschmittel für Funktions- und Membrantextilien. Dieses enthält keine rückstandsbildenden Tenside oder optische Aufheller und lässt sich rückstandslos aus dem Gewebe ausschwemmen.
  • Waschprogramm und Temperatur: Wählen Sie das Schonprogramm oder ein spezielles Outdoor-Programm Ihrer Waschmaschine bei maximal 30 Grad Celsius. Verwenden Sie viel Wasser, um Waschmittelreste optimal zu entfernen.
  • Schleudern minimieren: Reduzieren Sie die Schleuderzahl auf 400 bis maximal 600 Umdrehungen pro Minute. Zu hohe Fliehkräfte erzeugen enorme Scherkräfte in der Trommel, die zum Reißen von geklebten Nahtabdichtungen oder zur Delamination der Membran führen können.
  • Zusätzliches Spülen: Stellen Sie nach dem Hauptwaschgang einen extra Spülgang ein, um wirklich alle gelösten Tensidreste aus den Textilporen zu schwemmen.

Reaktivierung und Imprägnierung: Die thermische Nachbehandlung

Nach dem Waschvorgang muss die DWR-Beschichtung reaktiviert werden. Die Polymere der Imprägnierung sind durch Reibung und Schmutz ungeordnet. Durch die Zufuhr von kontrollierter Wärme richten sich diese Moleküle wieder gleichmäßig aus, wodurch sich die Oberflächenspannung des Gewebes erhöht und die wasserabweisende Eigenschaft wiederhergestellt wird.

Geben Sie die feuchte oder luftgetrocknete Jacke für etwa 20 bis 30 Minuten bei niedriger Temperatur (Schonprogramm, maximal 60 Grad Celsius) in den Wäschetrockner. Die sanfte Bewegung in Kombination mit der Wärme ist die effektivste Methode zur Reaktivierung.

Sollten Sie keinen Trockner besitzen, können Sie ein Bügeleisen verwenden. Stellen Sie es auf die niedrigste Stufe ohne Dampf ein. Legen Sie ein trockenes, sauberes Baumwolltuch oder Backpapier auf die Außenseite der Jacke und bügeln Sie die Oberfläche vorsichtig und ohne Druck ab. Wenn das Wasser nach diesem Prozess immer noch nicht abperlt, ist die DWR-Schicht physikalisch abgenutzt. In diesem Fall müssen Sie nach dem Waschen ein spezielles Einwasch- oder Einsprüh-Imprägnierungsmittel auftragen und dieses anschließend ebenfalls thermisch aktivieren.