Die regelmäßige Reinigung einer Kaffeemaschine ist entscheidend für den Erhalt des feinen Kaffeearomas und die Langlebigkeit des Geräts. Kaffeebohnen enthalten Öle, Fette und Säuren, die sich zusammen mit Kalk aus dem Wasser im gesamten System ablagern und ohne chemische und mechanische Reinigung schnell ranzig werden oder Leitungen verstopfen.
Kaffeefette und Kalk: Die unsichtbaren Feinde des Aromas
Beim Brühvorgang von Kaffee werden unter hohem Druck und hoher Temperatur ätherische Öle und Lipide aus dem Kaffeemehl extrahiert. Diese Stoffe lagern sich unweigerlich an den Wänden der Brühgruppe, dem Auslauf und in den feinen Düsen ab. Da Lipide nicht wasserlöslich sind, reicht einfaches Durchspülen mit klarem Wasser nicht aus, um sie zu entfernen. Sie oxidieren an der Luft, werden ranzig und beeinträchtigen den Geschmack des Kaffees massiv. Hierfür sind spezielle Kaffeefettlöser erforderlich, die auf Tensiden oder aktivem Sauerstoff basieren. Diese spalten die organischen Verbindungen auf und machen sie wasserlöslich.
Parallel dazu lagert sich im Heizsystem der Maschine Calciumcarbonat (Kalk) ab. Sobald Wasser erhitzt wird, entweicht Kohlendioxid, und das gelöste Calciumhydrogencarbonat wandelt sich in unlöslichen Kalk um. Diese Kalkschicht isoliert die Heizelemente, was zu einem erhöhten Energieverbrauch führt und die präzise Brühtemperatur verfälscht.
Säuren im Vergleich: Amidosulfonsäure versus Zitronensäure
Für die Entkalkung des Wasserkreislaufs werden saure Lösungen benötigt, die den basischen Kalk chemisch auflösen. Häufig wird zu Zitronensäure gegriffen, was jedoch bei Heißwassergeräten problematisch ist. Wenn Zitronensäure erhitzt wird, reagiert sie mit dem Kalk zu Calciumcitrat. Diese Substanz ist schwer löslich und bildet eine zähe, weiße Schicht, die die feinen Kapillaren des Thermoblocks dauerhaft verstopfen kann. Zudem greift Zitronensäure bei längerer Einwirkzeit bestimmte Gummidichtungen an.
Die weitaus bessere und materialschonendere Wahl für Kaffeemaschinen ist Amidosulfonsäure. Sie wirkt bis zu zehnmal schneller als Zitronensäure, löst Kalk auch in kaltem Zustand hervorragend auf und hinterlässt keine unlöslichen Rückstände. Zudem schont sie die im Inneren der Maschine verbauten Kupfer, Messing und Aluminiumteile sowie die empfindlichen Elastomerdichtungen.
Anleitung: So spülen und reinigen Sie das System fachgerecht
Eine gründliche Reinigung teilt sich in drei wesentliche Schritte auf, die nacheinander durchgeführt werden sollten:
- Mechanische Reinigung der Brühgruppe: Entnehmen Sie die Brühgruppe (falls bei Ihrem Modell möglich) und spülen Sie diese unter fließendem, lauwarmem Wasser ab. Verwenden Sie keine Reinigungsmittel für die Brühgruppe selbst, da sonst die werkseitige Silikonfett-Schmierung der mechanischen Gelenke weggewaschen wird. Lassen Sie das Bauteil an der Luft trocknen.
- Chemische Fettlösung (Reinigungsprogramm): Setzen Sie eine Kaffeefettlöser-Tablette in das dafür vorgesehene Fach oder den Pulverschacht ein. Starten Sie das automatische Reinigungsprogramm. Die Tablette löst sich langsam auf, und die alkalische Lösung verweilt in der Brühkammer, um die hartnäckigen Kaffeeöle vollständig zu emulgieren. Anschließend spült die Maschine mehrmals mit klarem Wasser nach.
- Systementkalkung: Mischen Sie die Amidosulfonsäure gemäß den Dosierangaben des Herstellers mit Wasser im Wassertank. Starten Sie das Entkalkungsprogramm. Die Säure wird in Intervallen durch den Thermoblock gepumpt, um den Kalk chemisch aufzulösen, ohne das Metall anzugreifen. Spülen Sie den Wassertank danach gründlich aus und lassen Sie mindestens zwei komplette Tankfüllungen klares Wasser durch das System laufen.
Milchrückstände effektiv entfernen
Milch besteht aus Proteinen, Fetten und Laktose. Sobald Milch erhitzt wird, denaturieren die Proteine und bilden zusammen mit dem Milchfett eine klebrige Schicht im Inneren der Aufschäumdüse. Hier ist ein spezieller saurer Milchsystemreiniger notwendig. Die enthaltenen Tenside lösen die Fettstrukturen, während die milde Säure den sogenannten Milchstein (eine Verbindung aus Calcium und Eiweiß) zersetzt. Spülen Sie das Milchsystem nach jeder Nutzung kurz mit Dampf und Wasser durch, um das Festsetzen von Bakterien von vornherein zu verhindern.