Raffrollos verleihen Räumen eine elegante Struktur, doch im Laufe der Zeit lagern sich Staub, Küchendämpfe und Pollen in den feinen Fasern des Gewebes ab. Eine gründliche Reinigung erfordert die vollständige Demontage der Schnüre, um Verwicklungen, Gewebeschäden und ungleichmäßigen Zug nach dem Waschen zu verhindern.
Der Demontage-Prozess: Strukturierte Vorbereitung
Bevor das Raffrollo von der Wand- oder Fensterhalterung gelöst wird, sollte es komplett heruntergelassen werden. Das flach hängende Gewebe steht unter minimaler Spannung, was das Lösen der Schnüre erheblich erleichtert. Arbeiten Sie sich von unten nach oben vor. Die Schnüre sind am untersten Paneel meist mit speziellen Clips, Schlaufen oder Knoten fixiert. Lösen Sie diese Endverbindungen vorsichtig.
Um den späteren Zusammenbau zu vereinfachen, empfiehlt es sich, die Schnüre im oberen Bereich mit Malerkrepp paarweise oder gruppenweise zusammenzukleben. Dadurch wird verhindert, dass die Zugbänder in den oberen Mechanismus oder die Schiene rutschen. Ziehen Sie die Schnüre anschließend vorsichtig aus den Führungsringen oder Schlaufen auf der Rückseite des Rollos heraus. Entnehmen Sie nun die horizontalen Stabilisierungsstäbe (Beschwerungsstäbe) aus ihren Tunneln, da diese beim Waschen den Stoff beschädigen oder sich verziehen können.
Faserchemie und die Wahl des richtigen Waschzyklus
Die Wahl der Reinigungsmethode hängt stark von der Materialzusammensetzung ab. Naturfasern wie Leinen und Baumwolle neigen bei thermischer Belastung zum Schrumpfen (Kompaktierung der Fasern). Synthetische Fasern wie Polyester sind hitzeempfindlicher gegenüber Verformungen, vertragen aber Feuchtigkeit mechanisch besser. Verwenden Sie für alle empfindlichen Gewebe ein flüssiges Feinwaschmittel ohne optische Aufheller und ohne Bleichmittel, um die Farben und Faserstrukturen nicht anzugreifen.
Maschinenwäsche bei robusten Textilien
Wenn das Pflegeetikett Maschinenwäsche zulässt, falten Sie den demontierten Stoff locker zusammen und legen Sie ihn in ein großes Wäschenetz. Dies minimiert die mechanische Reibung an der Trommelwand. Wählen Sie den Schonwaschgang oder Wollwaschgang bei maximal 30 Grad Celsius. Der Schleudergang sollte komplett deaktiviert oder auf maximal 400 Umdrehungen pro Minute reduziert werden, um tiefe Knitterfalten und Faserbrüche zu vermeiden.
Handwäsche für empfindliche Gewebe
Hochwertiges Leinen oder Mischgewebe sollte bevorzugt in der Badewanne gereinigt werden. Füllen Sie diese mit handwarmem Wasser und lösen Sie das Waschmittel vollständig auf, bevor Sie das Rollo hineinlegen. Bewegen Sie den Stoff ohne starkes Reiben oder Auswringen sanft hin und her. Lassen Sie das Wasser ab und spülen Sie das Textil mehrmals mit klarem, kaltem Wasser nach, bis keine Tensidrückstände mehr im Gewebe vorhanden sind.
Trocknung und physikalische Glättung
Hängen Sie das feuchte Raffrollo niemals in den Trockner. Die thermische Belastung führt fast immer zu irreversiblem Schrumpfen. Stattdessen wird der nasse Stoff flach auf einem sauberen Wäscheständer ausgebreitet oder im noch leicht feuchten Zustand wieder auf die Halterung montiert. Durch das Eigengewicht und den Einbau der Beschwerungsstäbe glättet sich das Material während des Trocknungsprozesses an der Luft von selbst. Falls Bügeln notwendig ist, arbeiten Sie immer auf der Rückseite des Stoffes bei niedriger Temperatur und nutzen Sie ein feuchtes Bügeltuch als Schutzbarriere.
Sicherer Wiederaufbau und Justierung
Nachdem der Stoff vollständig getrocknet ist, schieben Sie die Stabilisierungsstäbe wieder in die dafür vorgesehenen Tunnel. Fädeln Sie die zuvor fixierten Schnüre von oben nach unten gleichmäßig durch die Führungsringe. Achten Sie streng darauf, keine Schlaufe zu überspringen, da das Rollo sonst später schief zieht. Verknoten oder clippen Sie die Schnüre am untersten Punkt erst, wenn das Rollo komplett gerade hängt und die Zugspannung auf allen Bändern absolut gleichmäßig verteilt ist.