Die Organisation von Kleinteilen in Druckverschlussbeuteln scheitert oft an unleserlich gewordenen Beschriftungen. Durch physikalische Reibung und Oberflächenfeuchtigkeit löst sich ungeeignete Tinte schnell von der glatten Kunststoffoberfläche ab.
Die Chemie der Haftung auf Polyethylen
Druckverschlussbeutel bestehen meist aus Polyethylen niedriger Dichte (LDPE). Dieses Material besitzt eine sehr niedrige Oberflächenenergie und ist extrem unpolar. Das bedeutet, dass wasserbasierte Tinten und gewöhnliche Schreibstifte keine feste Verbindung mit der Oberfläche eingehen können. Die Flüssigkeit zieht sich aufgrund der Oberflächenspannung zusammen und bildet Tropfen, die nach dem Trocknen leicht abzublättern sind. Um eine dauerhafte Beschriftung zu gewährleisten, muss das Schreibmedium Lösungsmittel enthalten, die die Kunststoffoberfläche minimal anlösen oder eine extrem starke physikalische Adhäsion aufweisen.
Die richtige Wahl des Schreibwerkzeugs
Für die dauerhafte Kennzeichnung direkt auf der PE-Folie sind spezielle Filzstifte auf Alkohol- oder Lösungsmittelbasis erforderlich. Diese Tinten trocknen sekundenschnell durch Verdunstung des Lösungsmiztels und hinterlassen einen elastischen, wasserfesten Polymerfilm, der sich mit dem Beutelmaterial verbindet. Pigmentierte Tuschen sind hierbei farbstoffbasierten Tinten vorzuziehen, da sie eine höhere UV-Beständigkeit aufweisen und unter Lichteinfluss nicht verblassen. Alternativ eignen sich Lackmarker auf Acrylbasis, die eine deckende Schicht bilden, allerdings bei starker mechanischer Verformung des Beutels zum Abplatzen neigen.
Vorbereitung der Oberfläche für optimalen Halt
Schmutzpartikel, Staub und insbesondere Hautfette verhindern, dass die Tinte direkten Kontakt mit dem Polyethylen aufnehmen kann. Vor dem Beschriften sollte die entsprechende Stelle daher entfettet werden:
- Reinigung mit Isopropylalkohol: Wischen Sie die markierende Stelle mit einem in Isopropylalkohol (mindestens 70 %) getränkten Tuch ab. Dies entfernt Fettfilme, ohne den Kunststoff anzugreifen.
- Vollständige Trocknung: Lassen Sie den Alkohol vollständig verfliegen, da verbleibende Lösungsmittelreste die Tinte des Stifts verdünnen und das Schriftbild verschmieren würden.
- Vermeidung von Fingerabdrücken: Berühren Sie die gereinigte Stelle vor dem Beschriften nicht mehr mit bloßen Fingern.
Nutzung von weißen Beschriftungsfeldern und Aufklebern
Viele Druckverschlussbeutel verfügen ab Werk über ein aufgedrucktes, meist weißes Beschriftungsfeld. Diese Schicht besteht aus einer matten, rauen Spezialfarbe, die die Oberflächenstruktur des Beutels verändert. Durch die Mikrorauigkeit wird die mechanische Verankerung der Tinte drastisch erhöht. Auf diesen Feldern können auch herkömmliche Kugelschreiber verwendet werden, da die Paste in den winzigen Vertiefungen der Textur haftet. Fehlt ein solches Feld, lässt sich die Haftung durch das Aufbringen eines matten Klebebands (Malerkrepp oder spezielles Kennzeichnungsband) imitieren. Die faserige Struktur des Bandes nimmt die Tinte tiefenwirksam auf und schützt sie vor mechanischem Abrieb.
Schutz der Kennzeichnung vor mechanischer Reibung
Selbst die beste Beschriftung leidet, wenn die Beutel in Schubladen oder Kisten ständig aneinanderreiben. Um den Abrieb zu minimieren, empfiehlt sich eine systematische Lagerung. Platzieren Sie die Beutel stehend und hintereinander, ähnlich einer Karteikartenbox, statt sie übereinanderzustapeln. Dadurch wird die Reibung auf die Kanten des Beutels verlagert und die beschriftete Flachseite geschont. Bei besonders beanspruchten Beuteln kann die getrocknete Beschriftung zusätzlich mit einem Streifen transparentem, alterungsbeständigem Acrylat-Klebeband überklebt werden. Dies versiegelt die Schrift luft- und reibungsdicht.