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Wie Öko-Geschirrspültabs wirken und wann sie Klarspüler benötigen

Öko-Geschirrspültabs reinigen mit Enzymen und Sauerstoff. Erfahren Sie, wann physikalische Gesetze dennoch den Einsatz von Klarspüler erfordern.

Wie Öko-Geschirrspültabs wirken und wann sie Klarspüler benötigen

Ökologische Geschirrspültabs setzen auf biologisch abbaubare Inhaltsstoffe und verzichten auf aggressive Phosphate oder Chlorverbindungen. Um dennoch eine hohe Reinigungskraft zu erzielen, greifen sie auf physikalische und biochemische Mechanismen zurück, die jedoch das Trocknungsverhalten des Geschirrs beeinflussen und oft den gezielten Einsatz von Klarspüler erfordern.

Die chemische Funktionsweise von Öko-Geschirrspültabs

Klassische Maschinengeschirrspülmittel nutzten jahrzehntelang Phosphate, um Calcium- und Magnesiumionen im Wasser zu binden und Kalkablagerungen zu verhindern. Da Phosphate jedoch zu einer Überdüngung von Gewässern führen, setzen moderne Öko-Tabs auf Citrate, Gluconate und Zeolithe. Diese Substanzen fungieren als Komplexbildner, die Härtebildner im Wasser maskieren, sodass die Reinigungsmittel ihre Wirkung entfalten können.

Für die Entfernung organischer Verschmutzungen kommen Enzyme und Sauerstoffbleichmittel zum Einsatz. Proteasen spalten Eiweißverbindungen, während Amylasen Stärke aufbrechen. Dieser biochemische Prozess benötigt jedoch Zeit und funktioniert optimal bei Temperaturen zwischen 45 °C und 55 °C. Höhere Temperaturen über 60 °C können diese empfindlichen Proteine denaturieren und ihre Wirksamkeit mindern. Als Bleichmittel dient Natriumpercarbonat, das beim Kontakt mit Wasser ab etwa 50 °C aktiven Sauerstoff freisetzt, welcher Farbstoffe oxidiert und Keime reduziert.

Die Physik des Trocknens und die Oberflächenspannung

Nach dem eigentlichen Spülgang verbleibt ein dünner Wasserfilm auf dem Geschirr. Wasser besitzt aufgrund von Wasserstoffbrückenbindungen eine sehr hohe Oberflächenspannung. Dies führt dazu, dass sich das Wasser auf Oberflächen zu Tropfen zusammenzieht. Verdunstet diese Tropfenstruktur, bleiben gelöste Mineralien wie Calciumcarbonat als unschöne Kalkflecken auf Gläsern und Besteck zurück.

Hier kommt der Klarspüler ins Spiel. Er besteht im Kern aus nichtionischen Tensiden. Diese Moleküle besitzen ein hydrophiles (wasseranziehendes) und ein hydrophobes (wasserabweisendes) Ende. Sie lagern sich an der Grenzfläche zwischen Wasser und Geschirr an und setzen die Oberflächenspannung des Wassers drastisch herab. Das Wasser zieht sich nicht mehr zu Tropfen zusammen, sondern breitet sich als extrem dünner, homogener Film aus, der gleichmäßig und rückstandsfrei abläuft. Ökologische Klarspüler nutzen hierfür meist Tenside auf Basis von Pflanzenölen oder Zuckern sowie Zitronensäure, um Kalkrückstände direkt im Spülwasser aufzulösen.

Wann benötigen Öko-Tabs einen zusätzlichen Klarspüler?

Viele Hersteller deklarieren Öko-Tabs als "All-in-One"-Produkte, die bereits Klarspüler- und Salzfunktionen enthalten sollen. In der Praxis stößt diese Formulierung jedoch bei bestimmten physikalischen Bedingungen an ihre Grenzen:

  • Hohe Wasserhärte: Ab einem Härtegrad von mehr als 8,4 °dH (mittleres bis hartes Wasser) reicht die in den Tabs integrierte Menge an Komplexbildnern und Tensiden meist nicht aus. Das Wasser zieht sich weiterhin zu Tropfen zusammen.
  • Glas- und Edelstahlflächen: Diese Materialien weisen eine glatte, hydrophile Oberfläche auf. Ohne einen optimierten Klarspüler-Eintrag im letzten Spülgang (dem Klarspülen) verdunstet das Wasser zu langsam, was zu sichtbaren Schlieren führt.
  • Niedrigtemperatur- und Eco-Programme: Diese Programme sparen Energie, indem sie mit niedrigeren Wassertemperaturen arbeiten und die Trocknungsphase durch Eigenwärme verlängern. Da die Verdunstung bei niedrigeren Temperaturen langsamer abläuft, ist die Herabsetzung der Oberflächenspannung durch Tenside essenziell für ein trockenes Ergebnis.

Das richtige Zusammenspiel im Spülprozess

Um ein optimales, fleckenfreies Ergebnis mit ökologischen Mitteln zu erzielen, müssen die Phasen der Spülmaschine präzise aufeinander abgestimmt sein. Da Kombi-Tabs ihre Inhaltsstoffe oft während des gesamten Spülgangs kontinuierlich abgeben, kann der Tensidanteil bereits vor dem entscheidenden letzten Spülgang abgepumpt werden. Der separate Einsatz von flüssigem Klarspüler stellt sicher, dass die Tenside erst in der finalen Klarspülphase zudosiert werden. Passen Sie die Dosierung an Ihrer Maschine schrittweise an: Hinterlässt das Geschirr bläuliche Schlieren, ist die Dosierung zu hoch; entstehen graue Wassertropfen, ist sie zu niedrig.