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Wie Sie die passende Dunstabzugshaube für den Schrankeinbau auswählen

So planen Sie eine Einbaudunstabzugshaube im Oberschrank richtig: Maße, physikalische Strömungstechnik und Feuchtigkeitsschutz im Detail.

Wie Sie die passende Dunstabzugshaube für den Schrankeinbau auswählen

Ein unsichtbar im Oberschrank integrierter Dunstabzug schützt die Küchenmöbel effektiv vor langanhaltender Feuchtigkeit und Fettablagerungen, sofern die physikalischen Parameter exakt auf das Kochfeld abgestimmt sind. Für eine dauerhaft hohe Effizienz müssen Strömungsgeschwindigkeit, Erfassungsbereich und das thermodynamische Verhalten von Kochdämpfen genau berücksichtigt werden.

Der physikalische Wrasenfangraum: Breite und Positionierung

Beim Kochen steigt der sogenannte Wrasen – ein Gemisch aus Wasserdampf, Luft und feinsten Fettpartikeln – kegelförmig nach oben. Durch die thermische Konvektion dehnt sich dieser Dunststrom auf dem Weg nach oben aus. Eine Dunstabzugshaube, die bündig im Schrank verbaut ist, muss diesen Expansionskegel vollständig erfassen. Als physikalische Faustregel gilt: Der Dunstabzug sollte mindestens der Breite des Kochfeldes entsprechen, idealerweise ragt er jedoch an jeder Seite etwa 5 bis 10 Zentimeter darüber hinaus. Wird ein 60 Zentimeter breites Kochfeld genutzt, ist ein Dunstabzug mit einer Breite von 70 bis 90 Zentimetern optimal, um auch Querströmungen im Raum auszugleichen, die durch geöffnete Fenster oder Bewegungen entstehen.

Strömungstechnik: Berechnung der notwendigen Luftleistung

Die Leistungsfähigkeit einer Dunstabzugshaube wird als Volumenstrom in Kubikmetern pro Stunde angegeben. Um die notwendige Lüfterleistung für Ihre Küche zu bestimmen, ist das Raumvolumen die entscheidende mathematische Basis. Die Raumluft sollte während des Kochens etwa 6- bis 12-mal pro Stunde komplett ausgetauscht werden. Die Berechnungsformel lautet somit: Raumbreite mal Raumlänge mal Raumhöhe mal Luftwechselrate. Bei einer offenen Küche muss das gesamte Raumvolumen des Wohnbereichs einbezogen werden, da sich der Wrasen ungehindert ausbreiten kann.

Zusätzlich muss der Druckverlust berücksichtigt werden. Jedes Kniestück im Abluftrohr, raue Oberflächen von Flexschläuchen und vor allem der Strömungswiderstand von Aktivkohlefiltern im Umluftbetrieb reduzieren die effektive Förderleistung der Haube erheblich. Planen Sie daher im Umluftbetrieb einen Leistungsaufschlag von etwa 20 bis 30 Prozent ein, um den mechanischen Widerstand des Kohlefilters zu kompensieren.

Sicherheitsabstände und die Thermodynamik verschiedener Kochzonen

Der vertikale Abstand zwischen der Unterkante der Dunstabzugshaube im Schrank und der Oberfläche des Kochfeldes beeinflusst sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz. Bei Elektro- und Induktionskochfeldern reicht in der Regel ein physikalischer Abstand von 50 bis 60 Zentimetern aus. Bei Gaskochfeldern hingegen ist aufgrund der offenen Flamme und der extremen Hitzeentwicklung ein Mindestabstand von 65 bis 75 Zentimetern zwingend erforderlich, um eine Überhitzung der Filtermedien und Brandgefahr zu verhindern.

Interessant ist das Phänomen der Kondensatbildung bei Induktionsplatten: Da Induktionskochfelder nur das Kochgeschirr und nicht die Umgebungsluft erwärmen, fehlt der thermische Auftrieb, den beispielsweise Gasflammen erzeugen. Der Wasserdampf steigt langsamer auf und trifft auf kalte Oberflächen der Haube sowie des Schrankbodens, wo er sofort kondensiert. Hier ist eine Haube mit leicht geneigten Filtern oder einer speziellen Kondensat-Auffangrinne vorteilhaft, um das Holz des Schrankes vor aufquellender Feuchtigkeit zu schützen.

Umluft vs. Abluft: Filtermechanismen und Feuchtigkeitsschutz im Schrank

Die Entscheidung zwischen Abluft- und Umluftbetrieb bestimmt maßgeblich den inneren Schrankaufbau. Beim Abluftbetrieb wird die feuchte, fettige Luft direkt durch ein Rohrsystem nach draußen geleitet. Hierbei ist auf einen möglichst großen Rohrdurchmesser (mindestens 125 mm, besser 150 mm) und glattwandige Rohre zu achten, um Strömungsgeräusche und Druckverluste zu minimieren. Im Schrankkorpus selbst muss der Platz für den vertikalen Rohrverlauf reserviert werden.

Im Umluftbetrieb verbleibt die Luft im Raum. Sie wird zunächst durch einen Metall-Fettfilter geleitet, wo die Fetttröpfchen durch mechanische Trägheit an den feinen Maschen kondensieren. Anschließend adsorbiert ein Aktivkohlefilter die gasförmigen Geruchsstoffe. Die gereinigte, aber noch feuchte Luft muss oberhalb des Schrankes kontrolliert wieder an den Raum abgegeben werden. Ein direktes Ausblasen in den geschlossenen Schrankkorpus ist unbedingt zu vermeiden, da das Holz die Feuchtigkeit absorbiert, was zu Schimmelbildung und Materialquellung führt. Es muss ein Luftkanal durch den Schrankdeckel oder ein entsprechendes Lüftungsgitter im oberen Schrankbereich installiert werden.