Eine neue Waschmaschine darf niemals direkt mit Kleidung beladen werden. Vor dem ersten echten Waschgang müssen industrielle Rückstände, Maschinenöle und Konservierungsstoffe gründlich aus der Trommel und den Leitungen entfernt werden.
Warum der erste Leerlauf physikalisch und chemisch notwendig ist
Bei der Herstellung von Waschmaschinen werden im Werk verschiedene Fette, Öle und Trennmittel verwendet, um die mechanischen Bauteile zu schmieren und den Kunststoff der Waschtrommel sowie der Dichtungen geschmeidig zu halten. Würden Sie sofort Textilien waschen, könnten diese hydrophoben Substanzen auf die Gewebefasern übergehen und irreparable Flecken hinterlassen. Zudem lagern sich in den engen Leitungen oft Staub und mikrofeine Kunststoffpartikel ab. Ein heißer Leerlauf löst diese Rückstände zuverlässig auf und spült sie aus dem System.
Transportsicherungen entfernen: Schutz vor mechanischer Zerstörung
Bevor das Gerät überhaupt an das Strom- und Wassernetz angeschlossen wird, müssen die werkseitigen Transportsicherungen auf der Rückseite zwingend entfernt werden. Diese massiven Metallbolzen fixieren die freischwingend aufgehängte Waschtrommel, um Transportschäden zu verhindern. Wird die Maschine mit blockierter Trommel gestartet, führen die enormen Fliehkräfte und Vibrationen beim Anschleudern zu schweren mechanischen Schäden an den Stoßdämpfern, Federn und dem Gehäuse. Die verbleibenden Öffnungen sollten mit den beiliegenden Kunststoffkappen verschlossen werden, um das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit zu verhindern.
Die Wahl der optimalen Temperatur und des Waschmittels
Für den ersten Reinigungsgang ist die thermische Energie entscheidend. Wählen Sie das Kochbuntwäsche-Programm bei mindestens 90 °C oder 95 °C. Diese extreme Hitze bewirkt, dass sich zähe Industrieöle und Fettfilme verflüssigen und emulgiert werden können. Verwenden Sie eine geringe Menge (etwa ein Drittel der normalen Dosis) eines pulverförmigen Vollwaschmittels. Pulverwaschmittel enthalten im Gegensatz zu Flüssigwaschmitteln meist Zeolithe und Sauerstoffbleiche, die organische Rückstände oxidieren und Partikel effektiv binden. Verzichten Sie auf Weichspüler, da dieser einen Film auf den noch unbenutzten Oberflächen hinterlassen würde, der die spätere Reinigungsleistung beeinträchtigt.
Kalibrierung und Ausrichtung des Geräts
Um einen vibrationsfreien Lauf zu gewährleisten, muss die Waschmaschine mithilfe einer Wasserwaage perfekt horizontal ausgerichtet werden. Justieren Sie dazu die schraubbaren Füße und kontern Sie diese fest. Viele moderne Waschmaschinen verfügen zudem über ein internes Kalibrierungsprogramm. Dieses misst das Trägheitsmoment der leeren Trommel, um spätere Unwuchten während des Schleudervorgangs präzise zu erkennen. Konsultieren Sie das Handbuch, um die spezifische Tastenkombination für diesen Kalibrierungslauf vor dem ersten Waschen zu aktivieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für den ersten Start
- Anschlüsse prüfen: Stellen Sie sicher, dass der Zulaufschlauch fest verschraubt ist und der Ablaufschlauch knickfrei verläuft, um Wasserschäden zu vermeiden.
- Wasserhahn öffnen: Drehen Sie das Ventil vollständig auf und kontrollieren Sie die Verbindungsstellen auf absolute Dichtigkeit.
- Waschmittelschublade befüllen: Geben Sie eine kleine Menge Universal-Pulverwaschmittel in die Kammer für den Hauptwaschgang (meist mit II gekennzeichnet).
- Programm starten: Wählen Sie das heißeste verfügbare Baumwollprogramm (90–95 °C) ohne Vorwäsche und ohne Schleudergang-Reduzierung.
- Nachbereitung: Lassen Sie nach Beendigung des Programms die Trommeltür und die Waschmittelschublade weit offen stehen. Dies verhindert die Bildung von Kondenswasser und schützt vor frühzeitigem Schimmel- oder Bakterienbefall im feuchtwarmen Milieu.