Die korrekte Verwendung von Regeneriersalz ist entscheidend, um Kalkablagerungen auf dem Geschirr und im Inneren der Spülmaschine zu verhindern. Dieser Ratgeber erklärt, wo sich der Salzbehälter befindet, wie der chemische Regenerationsprozess funktioniert und warum eine Verwechslung mit herkömmlichem Reiniger das Gerät irreparabel beschädigen kann.
Die chemische Funktion von Spülmaschinensalz
Um die Funktionsweise des Salzbehälters zu verstehen, muss man den eingebauten Wasserenthärter der Spülmaschine betrachten. Leitungswasser enthält gelöste Calcium- und Magnesiumionen, die für die Wasserhärte verantwortlich sind. Beim Erhitzen lagern sich diese Ionen als Calciumcarbonat (Kalk) an den Heizelementen und auf dem Geschirr ab. Um dies zu verhindern, leitet die Spülmaschine das einströmende Wasser durch einen Ionenaustauscher, der mit einem speziellen Kunstharz (Polystyrolsulfonat) gefüllt ist.
Dieses Harz ist mit Natriumionen gesättigt. Strömt hartes Wasser hindurch, tauscht das Harz die Calcium- und Magnesiumionen gegen die harmlosen Natriumionen aus. Nach einigen Spülgängen ist die Aufnahmekapazität des Harzes erschöpft. Hier kommt das Spülmaschinensalz (reines Natriumchlorid) ins Spiel: Die hochkonzentrierte Salzlösung aus dem Salzbehälter spült das Harz umspülend frei, verdrängt die blockierten Calcium- und Magnesiumionen und regeneriert die Natriumladung des Austauschers. Das verbrauchte Wasser samt den gelösten Härtebildnern wird anschließend direkt abgepumpt.
Wo befindet sich der Salzbehälter und wie wird er befüllt?
Der Salzbehälter befindet sich bei fast allen Haushaltsspülmaschinen im Boden der Spülwanne, meist auf der linken Seite unter dem unteren Geschirrkorb. Er ist mit einem großen Schraubverschluss versehen, der oft mit einem Salzsymbol (zwei ineinander verschlungene Pfeile) gekennzeichnet ist. Für das fehlerfreie Befüllen sollten Sie folgende Schritte einhalten:
- Korb entfernen: Ziehen Sie den unteren Geschirrkorb vollständig heraus, um freien Zugang zum Wannenboden zu erhalten.
- Verschluss öffnen: Drehen Sie den Schraubdeckel gegen den Uhrzeigersinn ab. Da der Behälter permanent mit Wasser gefüllt ist, wird beim Einfüllen des Salzes Wasser überlaufen. Dies ist physikalisch völlig normal und notwendig.
- Trichter verwenden: Setzen Sie den mitgelieferten Einfülltrichter auf die Öffnung, um zu verhindern, dass Salzkörner lose auf dem Edelstahlboden der Spülwanne liegen bleiben.
- Salz einfüllen: Füllen Sie grobkörniges Regeneriersalz ein, bis der Behälter voll ist. Lassen Sie dabei etwa einen Zentimeter Platz zum oberen Rand.
- Reinigen und verschließen: Entfernen Sie eventuell übergetretene Salzkristalle vom Gewinde und schrauben Sie den Deckel wieder handfest zu. Starten Sie sofort danach ein Kurzprogramm, um ausgelaufene Salzlösung restlos wegzuspülen, da diese sonst Lochfraß im Edelstahl verursachen kann.
Der Unterschied zwischen Salz und Reiniger: Warum Verwechslung blockiert
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Spülmaschinensalz direkt der Reinigung des Geschirrs dient oder dass Spülmittel in den Salzbehälter gefüllt werden kann. Maschinengeschirreiniger enthalten Tenside, Bleichmittel auf Sauerstoffbasis, Enzyme und Phosphate. Diese Substanzen sind darauf ausgelegt, Fette und Proteine bei hohen Temperaturen aufzuspalten und Emulsionen zu bilden.
Gelangen diese Reinigungssubstanzen in den Salzbehälter, führt dies zu einer chemischen Reaktion im Ionenaustauscher. Die Tenside und Polymere verstopfen die mikroskopisch kleine, poröse Struktur des Harzes irreversibel. Das Harz verklebt und verliert dauerhaft seine Fähigkeit zum Ionenaustausch. Das Ergebnis ist ein dauerhaft verkalkendes System, das nur durch den teuren Austausch der gesamten Enthärtungsanlage repariert werden kann. Regeneriersalz hingegen besteht zu nahezu 100 Prozent aus reinem, hochreinem Natriumchlorid ohne jegliche Zusatzstoffe.
Was tun, wenn versehentlich Reiniger in den Salzbehälter gelangt ist?
Sollten Sie aus Versehen Pulverreiniger oder einen Tab in den Salzbehälter gegeben haben, ist schnelles Handeln erforderlich, bevor die Maschine gestartet wird:
- Maschine ausgeschaltet lassen: Schalten Sie die Spülmaschine keinesfalls ein, damit die verunreinigte Lösung nicht in das Harzbett gepumpt wird.
- Flüssigkeit absaugen: Versuchen Sie, mit einer großen Spritze, einer Pipette oder einer sauberen Handpumpe so viel Wasser und gelösten Reiniger wie möglich aus dem Salzschacht abzusaugen.
- Spülen: Füllen Sie den Behälter vorsichtig mit klarem, kaltem Wasser auf und saugen Sie dieses erneut ab. Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals, um Reinigerrückstände maximal zu verdünnen und zu entfernen.
- Fachbetrieb kontaktieren: Wenn bereits ein Spülprogramm gelaufen ist, ist der Ionenaustauscher meist nicht mehr zu retten. In diesem Fall muss das Bauteil durch einen Fachmann ausgetauscht werden.