Die drahtlose Audioübertragung vom Fernseher auf Kopfhörer sorgt für ungestörten Hörgenuss ohne störende Kabelwege im Wohnzimmer. Um eine synchrone Bild- und Tonwiedergabe zu erreichen, müssen die passenden Übertragungsstandards und Gerätekonfigurationen gewählt werden.
Integrierte Bluetooth-Schnittstellen nutzen und konfigurieren
Moderne Smart-TVs verfügen meist über ein integriertes Bluetooth-Modul, das die direkte Kopplung von kabellosen Kopfhörern ermöglicht. Der Verbindungsaufbau erfolgt über das Einstellungsmenü des Fernsehers unter dem Punkt „Ton“ oder „Zubehör“. Sobald der Kopfhörer in den Pairing-Modus versetzt wird – meist durch langes Drücken der Netztaste –, sucht das TV-Gerät nach aktiven Signalen im Frequenzbereich von 2,4 GHz. Nach der Kopplung wird der interne Lautsprecher des Fernsehers in der Regel automatisch stummgeschaltet, und das Audiosignal wird digital komprimiert an die Kopfhörer übertragen.
Ein physikalischer Nachteil bei Standard-Bluetooth-Verbindungen ist die Latenzzeit. Die Digitalisierung, Komprimierung und Dekomprimierung des Audiosignals benötigt Zeit, was zu einer spürbaren Verzögerung zwischen Lippenbewegung und Ton (Asynchronität) führen kann. Um dies zu verhindern, sollten Fernseher und Kopfhörer Profile unterstützen, die auf geringe Latenzzeiten optimiert sind, wie beispielsweise den aptX Low Latency Codec. Dieser reduziert die Verzögerung von den üblichen 150 bis 250 Millisekunden auf unter 40 Millisekunden, was vom menschlichen Gehirn nicht mehr als störend wahrgenommen wird.
Nachrüstung älterer Fernseher mittels Bluetooth-Transmitter
Besitzt das TV-Gerät kein integriertes Bluetooth, lässt sich diese Funktion über einen externen Bluetooth-Transmitter (Sender) nachrüsten. Dieser wird an einen der Audioausgänge des Fernsehers angeschlossen. Hierbei stehen primär drei Schnittstellen zur Verfügung:
- Optischer Digitalausgang (Toslink): Diese Verbindung überträgt das Audiosignal über Lichtleiter verlustfrei und unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen. Der Transmitter wandelt das Lichtsignal in ein elektrisches Signal um und sendet es per Bluetooth weiter. Im TV-Menü muss das Ausgabeformat oft auf „PCM“ (Stereo) umgestellt werden, da viele einfache Transmitter mit mehrkanaligen Bitstream-Formaten wie Dolby Digital nicht umgehen können.
- Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke): Dies ist der einfachste analoge Weg. Das Signal wird im Fernseher durch einen internen Digital-Analog-Wandler (DAC) aufbereitet. Da hierbei eine doppelte Wandlung (digital-analog-digital) stattfindet, kann die Tonqualität geringfügig leiden und das Rauschen bei niedrigen Pegeln zunehmen.
- Cinch-Ausgang (RCA): Die rot-weißen Analogbuchsen liefern ein konstantes Line-Out-Signal. Die Lautstärkeregelung muss in diesem Fall meist direkt am Kopfhörer oder am Transmitter vorgenommen werden, da der TV-Pegel an diesen Ausgängen oft fixiert ist.
Radiofrequenz (RF) als latenzfreie Alternative im Heimbereich
Für anspruchsvolle Anwender, die Filme ohne jegliche Verzögerung genießen möchten, bieten klassische Funkkopfhörer (RF-Kopfhörer) signifikante Vorteile gegenüber Bluetooth. Diese Systeme bestehen aus einer Sendestation, die per Kabel mit dem Fernseher verbunden ist, und dem eigentlichen Kopfhörer. Die Übertragung erfolgt meist im Frequenzband um 863–865 MHz (analog) oder 2,4 GHz (digital proprietär).
Da RF-Systeme keine komplexen Komprimierungsprotokolle nutzen, liegt die Latenzzeit nahezu bei null. Zudem ist die Reichweite mit bis zu 100 Metern in Gebäuden deutlich höher als bei Bluetooth (Klasse 2, ca. 10 Meter). Ein analoges Funksystem kann jedoch anfällig für Rauschen sein, wenn sich Hindernisse im Raum befinden oder andere Haushaltsgeräte auf ähnlichen Frequenzen senden. Digitale RF-Systeme eliminieren dieses Rauschen durch eine digitale Trägerwelle, behalten jedoch die extrem geringe Latenz bei.
Fehlerbehebung und Audio-Feineinstellung am Fernseher
Sollte nach dem Anschluss kein Ton zu hören sein oder die Synchronität nicht stimmen, liegt das meist an den Audioeinstellungen des Fernsehers. In den Toneinstellungen lässt sich oft eine „Audio-Verzögerung“ (Audio Delay oder Lip Sync) manuell in Millisekundenschritten einstellen. Damit kann der Ton künstlich verzögert werden, um ihn exakt an das trägere Videosignal des Bildschirms anzupassen.
Zudem sollte überprüft werden, ob die Tonausgabe des Fernsehers auf „Externe Lautsprecher“ oder „Optischer Ausgang“ umgestellt ist. Wenn der Kopfhörer per Klinkenstecker angeschlossen ist und der Ton dennoch aus den TV-Lautsprechern kommt, muss im Menü die Option zur parallelen Wiedergabe deaktiviert werden.