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Wofür wird Spülmaschinensalz benötigt und wann muss man es nachfüllen?

Spülmaschinensalz schützt Ihre Spülmaschine vor Kalk und sorgt für fleckenfreies Geschirr. Erfahren Sie, wie der Ionenaustauscher chemisch funktioniert.

Wofür wird Spülmaschinensalz benötigt und wann muss man es nachfüllen?

Hartes Wasser hinterlässt trübe Schleier auf Gläsern und blockiert langfristig die feinen Düsen der Spülmaschine. Spülmaschinensalz ist der Schlüssel zur chemischen Wasserenthärtung, der dafür sorgt, dass die Reinigungsleistung hoch bleibt und das Gerät vor Kalkschäden geschützt wird.

Die Chemie der Wasserenthärtung: Der Ionenaustauscher

Im Inneren fast jeder modernen Spülmaschine befindet sich eine Enthärtungsanlage, die auf dem Prinzip des Ionenaustauschs basiert. Dieses System filtert die für die Wasserhärte verantwortlichen Calcium- und Magnesiumionen aus dem zulaufenden Leitungswasser. Das Herzstück dieses Filters ist ein spezielles Kunstharz, das mit negativ geladenen Stellen ausgestattet ist, an denen sich positiv geladene Natriumionen befinden.

Wenn das harte Leitungswasser durch dieses Harzbett fließt, verdrängen die im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen die Natriumionen aufgrund ihrer höheren Ladungsdichte und binden sich an das Harz. Das Wasser, das nun in den Spülraum gelangt, ist weich und verhindert Kalkablagerungen auf dem Geschirr und den Heizelementen. Nach einigen Spülgängen ist die Aufnahmekapazität des Harzes jedoch erschöpft, da alle Bindungsplätze mit Calcium und Magnesium besetzt sind.

Hier kommt das Spülmaschinensalz ins Spiel. Bei der sogenannten Regeneration wird eine hochkonzentrierte Kochsalzlösung (Natriumchlorid) durch den Ionenaustauscher geleitet. Durch den enormen Überschuss an Natriumionen werden die Calcium- und Magnesiumionen vom Harz verdrängt und ins Abwasser gespült. Das Harz ist danach wieder mit Natriumionen beladen und einsatzbereit.

Warum normales Speisesalz der Maschine schadet

Auch wenn Spülmaschinensalz und Speisesalz chemisch gesehen beide aus Natriumchlorid bestehen, gibt es fundamentale Unterschiede in ihrer physikalischen Form und Reinheit. Speisesalz enthält häufig Zusatzstoffe wie Rieselhilfen (um das Verkleben zu verhindern), Jod oder Fluorid. Diese feinen Zusatzstoffe können die Poren des empfindlichen Ionenaustauschharzes dauerhaft verstopfen und das System unbrauchbar machen.

Zudem ist Speisesalz meist viel zu feinkörnig. Es würde sich im Salzbehälter der Spülmaschine zu schnell auflösen, was zu einer Überkonzentration der Sole führt. Grobkörniges Spülmaschinensalz hingegen löst sich langsam und kontinuierlich auf, wodurch eine gleichmäßige Sättigung der Regenerierlösung gewährleistet ist. Verwenden Sie daher ausschließlich reines, grobkörniges Regeneriersalz ohne jegliche Zusätze.

Wann und wie Sie das Salz richtig nachfüllen

Die meisten Geräte verfügen über eine Kontrollleuchte in Form von zwei geschwungenen Pfeilen, die aufleuchtet, sobald der Salzvorrat zur Neige geht. Verlassen Sie sich jedoch nicht ausschließlich auf diese Elektronik. Insbesondere bei sehr hartem Wasser empfiehlt sich eine regelmäßige visuelle Kontrolle des Salzbehälters am Boden des Spülraums alle vier bis sechs Wochen.

Beim Nachfüllen ist die richtige Reihenfolge und Technik entscheidend, um Schäden durch Korrosion zu vermeiden:

  • Schraubverschluss öffnen: Drehen Sie den Deckel des Salzbehälters am Boden der Maschine gegen den Uhrzeigersinn ab. Es ist völlig normal, dass der Behälter bis zum Rand mit Wasser gefüllt ist.
  • Trichter verwenden: Setzen Sie den mitgelieferten Trichter auf die Öffnung, um ein Verschütten des Salzes im Spülraum zu verhindern.
  • Salz einfüllen: Füllen Sie das grobe Salz vorsichtig ein, bis der Behälter voll ist. Das verdrängte Wasser läuft dabei einfach in den Spülraum über.
  • Reste entfernen und verschließen: Wischen Sie eventuell danebengegangene Salzkörner gründlich ab und schrauben Sie den Deckel wieder handfest zu.

Ein kritischer Schritt wird oft vergessen: Nach dem Befüllen müssen Sie sofort ein Kurzprogramm oder einen normalen Spülgang bei leerer Maschine starten. Die im Spülraum verbliebene Salzsole ist extrem aggressiv gegenüber Edelstahl. Ohne sofortiges Nachspülen mit Frischwasser kann die Sole die schützende Oxidschicht des Edelstahls angreifen und innerhalb kurzer Zeit zu Lochfraßkorrosion führen.

Die optimale Einstellung der Wasserhärte

Damit die Spülmaschine weiß, wie oft sie den Ionenaustauscher regenerieren muss, muss sie auf den lokalen Härtegrad des Wassers eingestellt werden. Diesen Wert können Sie unkompliziert beim örtlichen Wasserversorger erfragen oder mit einem einfachen Teststreifen selbst ermitteln. Die Spülmaschine steuert basierend auf dieser Einstellung den Salzverbrauch: Je härter das Wasser, desto häufiger wird die Sole durch das Harz geleitet. Eine falsche Einstellung führt entweder zu Kalkflecken auf den Gläsern oder zu einem unnötig hohen Salzverbrauch, der die Umwelt und den Geldbeutel belastet.