Kalkablagerungen auf Gläsern und blockierte Düsen sind die häufigsten Folgen von zu hartem Wasser im Geschirrspüler. Um dies zu verhindern, besitzt jedes moderne Gerät eine eingebaute Enthärtungsanlage, die nur mit dem richtig dosierten Regeneriersalz optimal funktioniert.
Die Chemie der Wasserenthärtung: Warum Salz unverzichtbar ist
Im Inneren der Spülmaschine befindet sich ein sogenannter Ionenaustauscher. Dieses Bauteil ist mit einem speziellen Kunstharz gefüllt, das mit Natriumionen beladen ist. Fließt hartes, calcium- und magnesiumreiches Leitungswasser durch diesen Filter, werden die härtebildenden Calcium- und Magnesiumionen vom Harz angezogen und im Austausch dafür Natriumionen an das Wasser abgegeben. Das Ergebnis ist weiches Wasser, das keine Kalkflecken hinterlässt und die Reinigungswirkung des Reinigers maximiert.
Nach einer gewissen Betriebszeit gesättigt sich das Harz mit Calcium- und Magnesiumionen und kann kein Wasser mehr enthärten. Hier kommt das Geschirrspülsalz ins Spiel: Die hochkonzentrierte Natriumchlorid-Lösung aus dem Salzbehälter spült das Harz regenerierend durch. Die überschüssigen Calcium- und Magnesiumionen werden gelöst und über das Abwasser abgeführt, während das Harz wieder mit frischen Natriumionen beladen wird.
Schritt 1: Die lokale Wasserhärte exakt bestimmen
Bevor Sie Einstellungen am Gerät vornehmen, müssen Sie den genauen Härtegrad Ihres Leitungswassers kennen. Dieser wird im deutschsprachigen Raum meist in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. Es gibt zwei zuverlässige Methoden, um diesen Wert zu ermitteln:
- Abfrage beim Wasserversorger: Die lokalen Stadtwerke sind gesetzlich dazu verpflichtet, die aktuellen Analysedaten des Trinkwassers im Internet zur Verfügung zu stellen.
- Tröpfchentest (Titrationsmethode): Mit einem chemischen Testkit aus der Apotheke oder dem Fachhandel lässt sich die Härte direkt am Wasserhahn bestimmen. Diese Methode ist besonders präzise, da sie auch altersbedingte Veränderungen im lokalen Rohrleitungsnetz berücksichtigt.
Schritt 2: Die Spülmaschine auf den Härtegrad einstellen
Moderne Geschirrspüler verfügen über eine Steuerungseinheit, die die Menge des Regenerierwassers exakt dosiert. Ist das Gerät zu niedrig eingestellt, verkalken die Heizstäbe; ist es zu hoch eingestellt, wird unnötig viel Salz verbraucht, was die Umwelt belastet und zu Glaskorrosion führen kann.
Die Anpassung erfolgt je nach Modell elektronisch über das Bedienfeld oder über einen mechanischen Wahlschalter an der Gehäusewand. Schlagen Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts die Härtetabelle auf. Dort ist jedem Härtebereich (z. B. weich, mittel, hart) eine bestimmte Stufe (H0 bis H7) zugeordnet. Stellen Sie das Gerät exakt auf den ermittelten °dH-Wert ein. Verwenden Sie sogenannte Multitabs (3-in-1-Produkte), ist eine separate Salzbeigabe meist erst ab einer Wasserhärte von über 21 °dH zwingend erforderlich, bei sehr hartem Wasser jedoch immer ratsam.
Die Physik des Salzes: Warum Speisesalz die Maschine beschädigt
Es darf ausschließlich spezielles Regeneriersalz für Geschirrspüler verwendet werden. Speisesalz oder Kochsalz ist für diesen Zweck absolut ungeeignet. Der Grund liegt in der Reinheit und der physikalischen Beschaffenheit des Produkts:
- Rieselhilfen und Zusatzstoffe: Speisesalz enthält häufig Trennmittel (wie Natriumferrocyanid) oder Jod- und Fluoridverbindungen. Diese Fremdstoffe können die feinen Poren des Ionenaustauschharzes dauerhaft verstopfen und das System irreparabel beschädigen.
- Körnung: Spezialsalz für Spülmaschinen zeichnet sich durch eine grobe, gleichmäßige Körnung aus. Dadurch löst es sich wesentlich langsamer auf. Feines Salz würde im Behälter verklumpen und die Zuleitungen blockieren, was zu einer unzureichenden Regeneration führt.
Fehlerfreie Befüllung und Korrosionsschutz
Beim Einfüllen des Salzes müssen Sie sorgfältig vorgehen, um Lochfrass (Korrosion) am Edelstahlboden der Maschine zu verhindern. Hochkonzentrierte Salzlösung greift selbst Edelstahl an, wenn sie über längere Zeit darauf verbleibt.
Nutzen Sie beim Einfüllen immer den mitgelieferten Trichter und wischen Sie danebengelaufene Salzkörner sofort mit einem feuchten Tuch auf. Da im Salzbehälter immer Wasser steht, läuft dieses beim Einfüllen des Salzes über. Das ist völlig normal. Um die aggressive Sole sofort gründlich aus dem Spülraum zu entfernen, sollten Sie unmittelbar nach dem Befüllen ein kurzes Vorspülprogramm oder ein normales Spülprogramm bei leerer Maschine starten.