Kaffeevollautomaten in Unternehmen sind im Dauereinsatz und bilden durch die Kombination aus Feuchtigkeit, Wärme und organischen Rückständen einen idealen Nährboden für Keime.
Warum Kaffeerückstände die Hygiene gefährden
Im Inneren einer Kaffeemaschine wirken verschiedene physikalische und chemische Prozesse zusammen. Kaffeebohnen enthalten wertvolle Kaffeeöle und Fette, die unter hohem Druck und Hitze freigesetzt werden. Sobald diese Substanzen mit Sauerstoff in Kontakt kommen, oxidieren sie und werden ranzig. Dies beeinträchtigt nicht nur den Geschmack des Kaffees, sondern führt auch zu klebrigen Ablagerungen im Mahlwerk und in der Brühgruppe. In Verbindung mit der Restfeuchtigkeit und der Betriebswärme der Maschine entsteht ein Mikroklima, das die Vermehrung von Schimmelpilzen und Bakterien stark begünstigt. Nur ein strukturierter, zeitlich abgestimmter Reinigungsplan verhindert diese Biofilmbildung systematisch.
Tägliche Reinigungsaufgaben für den Feierabend
Die tägliche Pflege am Ende des Arbeitstages ist der wichtigste Schritt, um die Bildung von Keimen über Nacht zu unterbinden. Dabei stehen die Bauteile im Fokus, die direkt mit organischen Stoffen in Berührung kommen.
- Milchsystem spülen: Milchproteine denaturieren bei Temperaturen über 60 Grad Celsius und verkleben die feinen Düsen. Spülen Sie das System täglich mit heißem Wasser und einem sauren Spezialreiniger auf Zitronensäurebasis, um Eiweiß- und Fettablagerungen vollständig zu lösen.
- Tresterbehälter und Tropfschale leeren: Feuchter Kaffeesatz schimmelt extrem schnell. Leeren Sie beide Behälter, spülen Sie sie gründlich mit heißem Wasser aus und trocknen Sie sie vor dem Wiedereinsetzen vollständig ab.
- Wassertank reinigen: Stehendes Wasser bildet innerhalb von 24 Stunden einen glitschigen Biofilm an den Innenwänden des Tanks. Leeren Sie den Tank, wischen Sie ihn mechanisch mit einem sauberen Tuch aus und befüllen Sie ihn am nächsten Morgen frisch.
Wöchentliche Tiefenreinigung der Mechanik
Einmal pro Woche müssen die inneren, beweglichen Teile der Kaffeemaschine gründlich gewartet werden, da sich hier Kaffeepulverstaub ansammelt.
Die Brühgruppe entnehmen und spülen
Die Brühgruppe ist das Herzstück des Vollautomaten. Schalten Sie das Gerät aus und entnehmen Sie die Brühgruppe. Spülen Sie diese ausschließlich unter fließendem, lauwarmem Wasser ab. Verwenden Sie an dieser Stelle kein Spülmittel, da dieses das lebensmittelechte Silikonfett auf den Führungsschienen auflösen würde. Lassen Sie die Brühgruppe an der Luft trocknen, bevor Sie sie wieder einsetzen.
Reinigung des Bohnenbehälters
Wischen Sie den leeren Bohnenbehälter mit einem trockenen Mikrofasertuch aus. Dadurch werden die an den Wänden haftenden Kaffeeöle entfernt, die sonst ranzig werden und den Geschmack der frischen Bohnen negativ beeinflussen.
Monatliche Entkalkung und Systemreinigung
Kalkablagerungen wirken wie ein Isolator auf den Heizelementen der Maschine, was den Energieverbrauch erhöht und die Brühtemperatur senkt. Zudem bietet die raue Oberfläche von Kalkablagerungen einen optimalen Haftungsgrund für Bakterien. Verwenden Sie monatlich einen Entkalker auf Amidosulfonsäurebasis. Diese Säure löst Kalk bis zu zehnmal schneller als Zitronensäure und schont gleichzeitig die Dichtungen. Führen Sie parallel das automatische Reinigungsprogramm mit Reinigungstabletten durch, um die inneren Leitungen von hartnäckigen Kaffeeölen zu befreien.