Die Überdosierung von Waschmittel belastet nicht nur die Umwelt und die Textilfasern, sondern führt auch zu klebrigen Rückständen in der Waschmittelschublade und im Inneren der Waschmaschine.
Die Dreiteilung der Waschmittelschublade verstehen
Die meisten Waschmaschinen verfügen über eine Schublade mit drei separaten Kammern. Jede Kammer erfüllt eine spezifische Funktion im Waschzyklus, die physikalisch und zeitlich präzise gesteuert wird. Die falsche Befüllung verhindert, dass die Tenside und Enzyme zum optimalen Zeitpunkt freigesetzt werden.
- Kammer I (oft mit einer römischen Eins gekennzeichnet): Diese Kammer ist ausschließlich für die Vorwäsche bestimmt. Hier eingefülltes Pulver oder Flüssigwaschmittel wird direkt zu Beginn des Waschgangs mit kaltem Wasser eingespült, um groben Schmutz vorab zu lösen.
- Kammer II (oft mit einer römischen Zwei gekennzeichnet): Dies ist die Hauptwaschkammer. Hier gehören Pulver- oder Flüssigwaschmittel für den Hauptwaschgang hinein. Das Wasser fließt in der Hauptphase durch diese Kammer und transportiert die waschaktiven Substanzen in die Trommel.
- Die Blumen-Kammer (oder Kammer mit Sternsymbol): Diese meist kleinere Kammer ist für den Weichspüler oder flüssige Wäschestärke reserviert. Die Entleerung erfolgt erst im letzten Spülgang mittels Hebereffekt. Wird diese Kammer überfüllt, läuft die Flüssigkeit vorzeitig aus und vermischt sich mit dem Hauptwaschmittel, was die Reinigungswirkung neutralisiert.
Die Physik der Dosierung: Wasserhärte und Verschmutzung
Die optimale Waschmittelmenge hängt von zwei physikalischen Faktoren ab: der Wasserhärte und dem Grad der Verschmutzung. Die auf den Verpackungen angegebenen Dosierempfehlungen beziehen sich stets auf diese Variablen. Kalzium- und Magnesiumionen im harten Wasser binden einen Teil der Tenside, wodurch diese für den Reinigungsprozess unwirksam werden. Bei weichem Wasser hingegen reicht bereits eine minimale Menge an Tensiden aus, um die Oberflächenspannung des Wassers zu brechen und Schmutzpartikel aus den Fasern zu lösen. Eine Überdosierung bei weichem Wasser führt zu massiver Schaumbildung, die den mechanischen Reibungseffekt der Wäsche in der Trommel dämpft und das Waschergebnis verschlechtert.
Flüssigwaschmittel versus Pulver in der Schublade
Die physikalische Beschaffenheit des Waschmittels bestimmt, wie es in die Schublade eingefüllt werden muss. Pulverwaschmittel benötigt einen ungehinderten Wasserfluss. Verbleiben Klumpen in der Kammer, liegt dies oft an zu geringem Wasserdruck oder einer feuchten Schublade vor dem Befüllen. Flüssigwaschmittel hingegen fließt ohne Barriere sofort durch die Kammer in die Trommel, noch bevor warmes Wasser einströmt. Verwenden Sie für Flüssigwaschmittel daher immer den dafür vorgesehenen blauen oder grauen Kunststoffeinsatz (die sogenannte Dosierklappe) in Kammer II. Dieser Schieber staut das Flüssigwaschmittel auf, bis der eigentliche Einspülvorgang durch den gezielten Wasserstrahl der Maschine startet.
Vermeidung von Biofilm und Rückständen
Verbleiben Waschmittelreste in den Kammern, bildet sich in Kombination mit Feuchtigkeit und Dunkelheit schnell ein schleimiger Biofilm aus Bakterien und Schimmelpilzen. Reinigen Sie die Schublade daher alle zwei bis drei Wochen gründlich unter warmem, fließendem Wasser. Ein einfacher Druck auf den Arretierungsknopf im Weichspülerfach ermöglicht das vollständige Herausziehen der Schublade. Verwenden Sie keine scharfen Reiniger, sondern eine mechanische Bürste, um die engen Kanäle der Schublade und den Einspülschacht an der Decke der Maschinenöffnung von Verkrustungen zu befreien.