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Wie man eine Wurstfüllmaschine nach fettigem Brät gründlich reinigt

So reinigen und entfetten Sie Ihre Wurstfüllmaschine nach der Nutzung hygienisch und materialschonend.

Wie man eine Wurstfüllmaschine nach fettigem Brät gründlich reinigt

Die Reinigung einer Wurstfüllmaschine nach der Verarbeitung von fettigem Brät erfordert ein gezieltes Vorgehen, um hartnäckige Fettfilme und organische Rückstände restlos aus den mechanischen Bauteilen zu entfernen.

Das physikalische Prinzip der Fettlösung im Detail

Tierische Fette verhalten sich bei Raumtemperatur zähflüssig bis fest. Um diese Struktur aufzubrechen, sind drei Faktoren entscheidend: Thermik, Tenside und mechanische Einwirkung. Warmes Wasser allein reicht nicht aus, da Wasser polar und Fett unpolar ist (Hydrophobie). Erst ab einer Wassertemperatur von etwa 45 bis 50 Grad Celsius schmilzt das Fett und lässt sich emulgieren. Durch den Einsatz von lipidlösenden Tensiden (wie herkömmlichem, unparfümiertem Spülmittel) wird die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt. Die Tensidmoleküle lagern sich mit ihrem lipophilen Ende am Fett und mit dem hydrophilen Ende am Wasser an, wodurch feinste Fetttröpfchen im Wasser in der Schwebe gehalten und abtransportiert werden können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Demontage und Vorreinigung

Reinigen Sie die Wurstspritze niemals im zusammengebauten Zustand, da sich in den Gewinden und Dichtungen gefährliche Bakterienherde bilden können. Gehen Sie systematisch vor:

  • Mechanische Grobreinigung: Schieben Sie vor dem Auseinanderbauen den Kolben ganz nach vorne, um verbliebene Brätreste weitestgehend auszupressen. Entnehmen Sie diese manuell mit einem weichen Teigschaber.
  • Vollständige Demontage: Schrauben Sie den Zylinder ab, entfernen Sie die Tülle, die Überwurfmutter und nehmen Sie den Kolben inklusive der Silikondichtung komplett ab.
  • Die Einweichphase: Füllen Sie ein tiefes Becken mit heißem Wasser (ca. 50 Grad) und fügen Sie einen großzügigen Spritzer fettlösendes Reinigungsmittel hinzu. Legen Sie alle Edelstahl- und Kunststoffteile für etwa 10 bis 15 Minuten hinein, damit das Fett verflüssigt und die Proteine angelöst werden. Verwenden Sie bei Aluminiumteilen keinesfalls hochalkalische Reiniger, da diese das Metall oxidieren lassen.

Reinigung der Zylinderbohrung und der Kleinteile

Die mechanische Reinigung erfordert die richtigen Werkzeuge, um Kratzer auf den hochglanzpolierten Oberflächen zu vermeiden. Kratzer bieten Mikrobakterien ideale Haftungspunkte.

Zylinder und Kolbenscheibe säubern

Verwenden Sie für das Innere des Zylinders eine weiche Flaschenbürste oder eine Nylonbürste mit großem Durchmesser. Reinigen Sie die Innenwand mit kreisenden Bewegungen von oben nach unten. Achten Sie besonders auf die Nut der Kolbendichtung. Nehmen Sie den Dichtungsring aus Silikon ab und reinigen Sie die Nut separat mit einer schmalen Zahnbürste. Hier lagern sich bevorzugt Fettfilme ab, die ranzig werden können.

Tüllen und Gewindegänge entfetten

Die engen Abfülltüllen sind mechanisch schwer zugänglich. Nutzen Sie hierfür spezielle, konisch zulaufende Schlauchbürsten. Schieben Sie die Bürste unter fließendem warmem Wasser mehrmals komplett durch die Tülle. Reinigen Sie die Gewinde der Überwurfmutter mit einer harten Nylonbürste, um verkrustete Eiweiß- und Fettmischungen aus den Gewindegängen zu bürsten.

Spülen, Desinfizieren und die richtige Trocknung

Nach der Reinigung müssen alle Seifen- und Emulsionsrückstände mit klarem, kaltem Wasser abgespült werden. Warmes Wasser würde die gelösten Tenside erneut aktivieren und einen dünnen Film hinterlassen. Nach dem Spülen sollten die Edelstahlteile mit einer verdünnten Essiglösung (ca. 5%ige Säure) abgewischt werden. Die Säure wirkt leicht desinfizierend und neutralisiert basische Seifenrückstände. Trocknen Sie alle Komponenten sofort mit einem sauberen Mikrofaser- oder Baumwolltuch gründlich ab. Feuchtigkeit in engen Spalten führt auch bei rostfreiem Stahl auf Dauer zu Lochfraß. Lagern Sie die Einzelteile im demontierten Zustand an einem trockenen, gut belüfteten Ort.