Eine Dunstabzugshaube verliert schnell an Leistungsfähigkeit, wenn sich emulgiertes Fett in den feinen Poren der Metallfilter festsetzt und den physikalischen Luftstrom blockiert.
Die Thermodynamik des Küchenfetts
Beim Kochen steigen Wasserdampf und verdampfte Fette als Aerosole auf. Sobald diese warmen Dunstschwaden auf die kälteren Metallgitter des Fettfilters treffen, kühlen sie schlagartig ab. Durch diese Kondensation verflüssigt sich das Fett und setzt sich auf den feinen Maschen ab. Wird dieser Belag nicht regelmäßig entfernt, oxidiert das Fett unter Sauerstoffeinfluss. Es verharzt, wird zähflüssig und bildet eine klebrige Barriere, die den Strömungswiderstand massiv erhöht. Die Folge ist eine verminderte Absaugleistung und eine erhöhte Belastung des Lüftermotors.
Die chemische Reinigung von Metallfettfiltern
Um verharzte Fette rückstandsfrei zu lösen, ist der richtige pH-Wert des Reinigungsmittels entscheidend. Einfaches Wasser reicht nicht aus, da Fett hydrophob ist. Die Reinigung erfordert ein alkalisches Milieu, das die Esterbindungen der Triglyceride im Fett aufspaltet. Dieser chemische Prozess wird als Verseifung bezeichnet.
- Vorbereitung: Entnehmen Sie die Metallgitterfilter vorsichtig aus der Halterung, ohne die mechanischen Klickverschlüsse zu verbiegen.
- Das Einweichbad: Füllen Sie ein flaches Becken oder die Badewanne mit heißem Wasser (mindestens 60 Grad Celsius). Höhere Temperaturen verringern die Viskosität des Fetts und beschleunigen die chemische Reaktion.
- Die Wirkstoffe: Fügen Sie dem Wasser zwei bis drei Esslöffel Waschsoda (Natriumcarbonat) oder ein hochkonzentriertes, alkalisches Spülmittel hinzu. Waschsoda erhöht den pH-Wert des Wassers und spaltet die Fettsäuren hocheffektiv auf.
- Einwirkzeit: Lassen Sie die Filter für mindestens 30 bis 45 Minuten im warmen Wasserbad ruhen, damit die Tenside und Alkali-Ionen die verharzten Schichten vollständig durchdringen können.
Mechanische Reinigung und Trocknung
Nach dem Einweichen haben sich die Fettstrukturen gelöst. Verwenden Sie nun eine weiche Spülbürste, um verbliebene Reste in den Zwischenräumen der Wabenstruktur sanft herauszuarbeiten. Vermeiden Sie harte Drahtbürsten oder scheuernde Schwämme, da diese die feinen Aluminium- oder Edelstahldrähte beschädigen und die Oberfläche aufrauen, was zukünftigen Schmutz noch schneller anhaften lässt. Spülen Sie den Filter anschließend gründlich mit klarem, heißem Wasser ab, um alle Seifen- und Fettmoleküle vollständig zu entfernen. Vor dem Wiedereinsetzen müssen die Filter absolut trocken sein, da feuchte Filter den Luftstrom behindern und die Bildung von Schimmelsporen begünstigen.
Umgang mit Aktivkohlefiltern bei Umluftbetrieb
Arbeitet Ihre Dunstabzugshaube im Umluftbetrieb, befindet sich hinter dem Metallfilter ein Aktivkohlefilter, der für die Geruchsbindung zuständig ist. Die feinen Poren der Aktivkohle absorbieren Geruchsmoleküle durch Adsorption. Wenn jedoch Fett durch einen gesättigten Metallfilter dringt, verstopft dieses die Poren der Aktivkohle irreparabel. Aktivkohlefilter können im Gegensatz zu Metallfiltern meist nicht gewaschen werden. Sie müssen je nach Kochintensität alle drei bis sechs Monate ausgetauscht oder – falls es sich um spezielle, regenerierbare Umluftfilter handelt – im Backofen bei rund 100 Grad Celsius thermisch regeneriert werden.
Präventive Maßnahmen für optimalen Luftstrom
Um den Reinigungsaufwand zu minimieren und die Effizienz des Dunstabzugs konstant hoch zu halten, empfiehlt sich eine einfache Routine beim Kochen. Schalten Sie die Dunstabzugshaube bereits zwei bis drei Minuten vor dem eigentlichen Kochvorgang auf niedriger Stufe ein. Dadurch baut sich im Raum ein kontrollierter Luftstrom auf, der die aufsteigenden Aerosole direkt zum Filter leitet, anstatt sie im Raum zu verteilen. Lassen Sie die Haube nach dem Kochen noch etwa zehn Minuten auf kleinster Stufe nachlaufen, damit die Feuchtigkeit im Filtergehäuse vollständig abtransportiert wird und keine feuchten Fettablagerungen zurückbleiben.